
Sheriff
*2020
Unser Maskottchen ist übrigens der kleine „Sheriff“.
Von einem guten Bekannten gefunden – völlig verwahrlost, unkastriert in der Herde vergessen, mit etlichen Bissverletzungen übersäht und Hufen, die vorne schon wie Schnabelschuhe nach oben wuchsen.
Glücklicherweise war ruckzuck eine Lösung für ihn gefunden! Die Dame, die auf die Missstände aufmerksam gemacht hatte, übernahm die Tierarztkosten – und weil er in der Narkose beim Kastrieren schon mal so unbeweglich da lag, wurden Zähne und Hufe gleich mitgemacht! Der nächste übernahm die Transportkosten und wieder der nächste den eigentlichen Transport.
Und zum Glück ist Sheriff ja wirklich sehr klein, so dass wir ihn fast unbemerkt in sein neues Zuhause einschmuggeln konnten.
Allerdings ist er dann doch viiiiiiel zu süß, dass er bei seiner Anreise nicht gleich allen Kindern aufgefallen wäre und sich spontan in ihre Herzen eingeschlichen hätte!
Seitdem steht er in einer kleinen, fröhlichen Offenstallherde mit seinem ganz privaten Rückzugsort für besondere, kleine Shettys und hat den Hof und sein eigenes „Personal“ fest im Griff!
Geronimo
*2015
Geronimo ist ein Nachkomme des Hengstes Goldberg, aus der Staatsprämienstute Donna Danubia von De Niro, und kam 2015 auf dem Franzerhof in Daiting zur Welt. Die Züchter hatten viel Freude mit diesem bildschönen Rapphengst und verkauften ihn zweijährig als Hengstanwärter an das Haupt- und Landgestüt Marbach. Geronimo bekam im weiteren Verlauf bei der Süddeutschen Körung 2018 ein positives Körurteil und wurde noch im gleichen Jahr auf Turnieren eingesetzt. Er wurde u.a. Süddeutscher Vizechampion und nahm am Bundeschampionat teil. Am Jahresende stand er auf Platz eins der Top Ten der gewinnreichsten dreijährigen Pferde in Bayern. Nicole und Katharina lernten Geronimo Ende 2019 vierjährig, mittlerweile gelegt, im Schulstall der Landesreitschule Marbach kennen. Als Schulpferd eingesetzt werden konnte er dort nicht und somit wurde im Sommer 2020 entschieden, dass er zum Abdecker kommt. Wenige Tage später durfte er gegen Bezahlung des Schlachtpreises zu Nicole, Schecki und Gandus ins schöne Allgäu umziehen. Mittlerweile steht er in einem idyllischen kleinen Offenstall mit weitläufigen Koppeln und hat dort längst mehrere neue Freunde gefunden. Er wird tagtäglich liebevoll umsorgt und genießt jeden Tag seines Lebens!


Nino
*2003
2017 hat Nicole das erste Mal in München-Riem Reitunterricht im Rahmen der Berufsschule gegeben. Dort fiel ihr ein sehr braver, in sich gekehrter, dunkelbrauner Wallach auf. Geduldig trug er jeden Reitenden Runde für Runde durch die Reithalle, und versuchte jederzeit, es so recht wie möglich zu machen. Nino ist am 15.06.2003 auf dem Hofgut Gröben in Berlin-Brandenburg als Nachkomme des hofeigenen Hengstes Nobile, aus der Aurea von Akzent ll, auf die Welt gekommen und als junges Pferd in Springpferdeprüfungen der Klasse A auf Turnieren vorgestellt worden. Über Helmut Hartmann kam er 6jährig nach Baden-Württemberg, Starts in A-Springen und Dressurprüfungen der Klasse L kamen hinzu. Über 120 Turniereinsätze absolvierte Nino in seinem Leben, bevor er in München-Riem im Schulbetrieb ankam und dort viele Jahre brav und demütig seinen Dienst absolvierte und etliche Reiter glücklich machte. Im Sommer 2022 besprach Nicole mit der Geschäftsführung des Betriebes den ihrer Meinung nach nicht mehr tragbaren Gesundheits-Zustand des Pferdes und wenige Tage später durfte Nino seine wohlverdiente Rente antreten. Vorerst nahm sie ihn mit nach Hause, wo er sich auf herrlichen, großen Weiden artgerecht bewegen und erholen konnte. Ein langfristiger Platz bei einer – mittlerweile langjährigen, großartigen – Unterstützerin war nach wenigen Monaten gefunden. Heutzutage genießt Nino seinen Lebensabend gemeinsam mit zweien seiner langjährigen Weggefährten aus München-Riem – Del Piero und Beli – und einigen anderen großen und kleinen Freunden, in einem artgerecht konzipierten Offenstall mit viel Bewegungsmöglichkeiten und regelmäßigem Weidegang.

Dark Moon
*2001
Auch Dark Moon traf Nicole erstmalig 2017 in der Landesreitschule München-Riem an. Dort wurde er damals vorrangig für die Ausbildung der Azubis eingesetzt und lief noch recht selten im Schulbetrieb.
Dark Moon kam 2001 als Sohn des Dark Dream im Gestüt Albführen, Baden-Württemberg, auf die Welt. Seine Mutter, eine Vollblutstute von Mourtazam xx, hatte einen ausgeprägten Bewegungsdrang, den sie sehr offensichtlich an ihren Nachkommen vererbte. Denn schon in der ersten Zeit seines Reitpferde-Lebens verlor er gerne und regelmäßig den ein oder anderen Reiter, wie uns eine Gestütsangestelle bei den Erinnerungen an Dark Moon erzählte. In Albführen wurde er in jungen Jahren auch eingefahren, bevor er über einen bayrischen Pferdehändler schließlich nach Riem kam. Und wie uns berichtet wurde, war auch das damalige Probereiten des eleganten dunkelblauen Wallachs durchaus nicht langweilig, sondern eher recht spektakulär! Bei der Suche nach weiteren Details zu Dark Moon‘s Lebensgeschichte trafen wir eine ehemalige Auszubildende, die sich wie folgt äußerte: „Dark Moon? Das war doch der, den ich immer reiten musste, wenn alle anderen runtergefallen waren…“.
Am 15. November 2023 durfte Dark Moon mit fast 23 Jahren seine wohlverdiente Rente antreten. Er hatte in den weit über 10 Jahren seines Schulpferdedaseins vielfältige Aufgaben erledigt. Er wurde regelmäßig zum Fahren eingesetzt, im Berufsschulunterricht und in Trainerlehrgängen, Jugend- und Abendreitstunden. War mit einem Ausbildungsstand bis hin zu den Lektionen der Klasse S ein phantastisches Lehrpferd und war längst so geduldig und demütig geworden, dass er auch besonders schwache oder ängstliche Reitschüler sicher Runde für Runde durch die Bahn trug. Obwohl er 2023 schon viele graue Haare hatte und auch seine Beweglichkeit unter dem Reiter deutlich reduziert war, macht er uns auch heutzutage immer wieder regelmäßig bewusst, dass man ihn ständig im Fokus haben sollte. Im Frühjahr z.B., wenn die Stuten auf der Nachbarkoppel rossig sind, könnte man ihn durchaus für einen 5-jährigen Hengst halten! Oder wenn er gemeinsam mit seinem Freund Philou von der Koppel in den Stall geführt werden soll: Hier testet er gerne auch beim Führen seine Kraft und Schnelligkeit und man landet bei Unachtsamkeit gerne besonders schnell im angrenzenden Acker. Dark Moon genießt seine Rente gemeinsam mit seinem langjährigen Boxennachbarn Philou auf großflächigen Weiden, und wir freuen uns über jeden neuen Schabernack, den er mit uns treibt! Dark Moon genießt seine Rente gemeinsam mit seinem langjährigen Boxennachbarn Philou auf großflächigen Weiden, und wir freuen uns über jeden neuen Schabernack, den er mit uns treibt!
Philou
*2003
Als Nicole 2017 begann, in München-Riem den Berufsschulunterricht mitzugestalten, fiel ihr ein Dunkelfuchs ganz besonders auf. Vorrangig durch die zehenenge Stellung seiner sehr geraden Vorderbeine und seinen besonders unspektakulären Bewegungsablauf, der eher ungeschickt wirkte. Ein besonderes Geschick hatte er allerdings beim Reiten, noch innerhalb des korrekten Angaloppierens mit schöner Bergauftendenz in den Kreuzgalopp umzuspringen und diesen konsequent für die nächsten Runden beizubehalten, was jede Menge ungeübter Reiter regelmäßig zur Verzweiflung trieb. Bei einer Betriebsprüfung, die alle paar Jahre stattfindet, ergab es sich, dass Nicole ihn selbst vorstellen musste, weil gerade kein anderer Reiter zur Verfügung stand. Sie war zugegebenermaßen im Vorfeld nicht besonders angetan von dieser Idee. Umso mehr war sie begeistert von dem unglaublichen „Reitkomfort“ des Pferdes, seiner Durchlässigkeit, Sensibilität, Aufmerksamkeit und seinem prompten Reagieren auf feinste Hilfen. Galopptraversalen, fliegende Wechsel … alles unaufwändig und wie selbstverständlich. Ab diesem Tag gab es im Berufsschulunterricht noch öfter den Hinweis an die Aussage von Paul Stecken „Richtig reiten reicht“, wenn mal wieder jemand herumnörgelte, wenn er auf Philou saß.
Philou erblickte 2003 im schönen Oberbayern das Licht der Welt. Er ist ein Nachkomme des Pour Plaisier, seine Mutter World Lady stammt ab von dem bekannten Hannoveranerhengst World Cup I x Cavalier. Auf welchen Wegen er nach München-Riem kam, konnten wir bislang nicht herausfinden.
Turniererfolge hat er in der Dressur bis einschließlich Klasse L, ausgebildet worden ist er in der Dressur bis hin zu Lektionen der Klasse S. In der Landesreitschule wurde er zudem als Spring- und Geländepferd eingesetzt, und auch diese Aufgaben erledigte er äußerst zuverlässig. Außer er entschied, dass es aufgrund der mangelnden Routine des Reiters besser für alle Beteiligten war, nicht zu springen! Dann entschloss er sich für den sicheren Weg um die Sprünge herum, damit niemand zu Schaden kam 😉
Am ersten Weihnachtstag 2023 durfte er seine lang ersehnte Rente antreten.
Zusammen mit seinem langjährigen Boxennachbarn Dark Moon steht er nun auf weitläufigen Koppeln, und genießt seinen Lebensabend in vollen Zügen. Selten sieht man die beiden dabei weiter als eine Pferdelänge voneinander entfernt stehen.


